Author: admin

  • Hello world!

    Welcome to WordPress. This is your first post. Edit or delete it, then start writing!

  • Interview Felix Braz: Schnellere und einfachere Scheidung

    Zum Artikel: http://www.tageblatt.lu/nachrichten/story/Schnellere-und-einfachere-Scheidung-26564144

    Eine Scheidung trifft die Menschen in einer per se nicht angenehmen Lebenssituation: Weshalb also die nervenaufreibenden Prozeduren in die Länge ziehen, um dann eventuell in einem wenig befriedigenden Urteil zu enden. Die Schwierigkeiten in der Beziehung, die schließlich zu einer Scheidung führen, werden im Regelfall durch diese langen Prozeduren, durch die Klärung der bislang bestehenden Schuldfrage und die damit verbundenen Untersuchungen verschärft.

    Besonders wenn das betroffene Paar Kinder hat, so Justizminister Felix Braz uns gegenüber, ist dies kontraproduktiv und nicht im Sinne der Kinder. Die ungeklärte Lebenssituation der bisherigen Partner ist nicht nur für sie psychisch schwer zu bewältigen, sondern insbesondere für die Kinder. Hauptsächlich aus diesen Ursachen wird die Schuldfrage also im Rahmen der Reform (bis auf wenige, selten vorkommende Ausnahmen) gestrichen; einer der spektakulärsten Aspekte der Reform.

    Es war für Justizminister Braz aber auch wichtig, die Reform des Scheidungsrechtes nicht isoliert vorzunehmen, da weitere familienpolitische Aspekte im Rahmen der juristisch festgehaltenen Trennungen von Bedeutung sind.

    Neuerung: Familienrichter

    In der aktuellen Prozedur konnte so z.B. der Jugendrichter oder der Friedensrichter in die Affäre impliziert werden. Bis vier verschiedene juristische Stellen konnten im Rahmen einer Scheidung einbezogen sein, was nicht im Sinne eine kohärenten und konzertierten Entscheidung war; eine entsprechende Abstimmung gab es bislang nicht.

    Diese Problematik soll nun durch die Einführung eines Familienrichters gelöst werden. Ein „Juge aux affaires familiales“ soll den Überblick über den gesamten Fall mit all seinen Implikationen haben. Dies bedeute, so Braz, eine große Vereinfachung für die Betroffenen (ganz im Sinne der „simplification administrative“), allerdings bedeute die Änderung eine Mehrbelastung, mehr Aufwand, auch finanziell, für den Staat. Neun Richterposten werden geschaffen, um die Mehrarbeit zu bewältigen. Ihre Rolle wird eine aktivere sein: Sie sollen auch auf die Personen, die in der Scheidungsprozedur sind, einwirken, um eventuell vorhandene Konsenspunkte herausarbeiten zu können, mit denen die Akzeptanz des Urteils durch beide Parteien gesteigert werden kann.

    Weniger Zoff nach Scheidung

    In der praktischen Umsetzung des Urteils soll dieses Plus an beidseitiger Akzeptanz dann wiederum zu weniger Konflikten führen.

    Oft bleiben die Partner auch nach einer Scheidung auf die eine oder andere Weise verbunden, erklärt Braz, sei es durch Zahlungen, sei es durch gemeinsame Kinder. Allerdings wird es keine Vermischung der Aufgaben geben: Der Richter wird nicht zum Mediator, er bleibt Richter, unterstreicht der Justizminister. Trotz dieser aktiveren Rolle des Richters sollen die Prozeduren schneller werden. Aus diesem Grund werden erstmals Fristen eingeführt.

    Frist von sieben Wochen
    Ist die Scheidung eingereicht und ist das Zerwürfnis definitiv, dürfen nicht mehr als sieben Wochen vergehen, ehe die erste Sitzung stattfindet. Dann kann das Urteil gegebenenfalls sehr schnell erfolgen. Die Scheidung im gegenseitigen Einverständnis, die bislang zwei Termine beim Richter mit einer dazwischenliegenden Zeitspanne von sechs Monaten vorsah, wird bestehen bleiben, aber ebenfalls verkürzt. Neben dem „consentement mutuel“, also der Scheidung im gegenseitigen Einverständnis, eine Form, die allgemein zunimmt, wird das Prinzip der Zerrüttung eingeführt.

    Die Scheidung durch Fehler („faute“) wird es nicht mehr geben. Bleibt der Fall, bei dem – zu Beginn der Prozedur jedenfalls – einer der Partner die Ehe nicht mehr fortführen möchte oder die Partner nicht einer Meinung sind, was die Konsequenzen einer Scheidung sein sollen. Der Richter kann hier noch, ist er der Meinung, dies mache Sinn, versuchen, die Partner wieder zusammenzubringen bzw. muss die Entscheidung nicht sofort treffen. Seine Rolle ist dabei allerdings nicht, die Scheidung zu verhindern.

    Alles wird schneller
    Ist eine Versöhnung nicht möglich, so kann das Urteil recht schnell erfolgen. Ein Fehlverhalten des anderen muss nicht mehr nachgewiesen werden. Bislang war es beim „consentement mutuel“ übrigens so, dass die Parteien eigenständig eine Art Konvention ausarbeiten konnten (oder, wenn sie es wollten, einen Notar oder Rechtsanwalt hiermit beauftragen). Hier werde das Gesetz, so Braz, scheinbar strenger, allerdings im Interesse der Betroffenen.
    Hier muss ein Profi aus der Justiz (Rechtsanwalt oder Notar) künftig tätig werden und die Konvention ausarbeiten. Das zweite Treffen vor Gericht wird abgeschafft. Schon bei der ersten Vorstellung beim Richter kann die Scheidung gesprochen werden; allerdings braucht er dafür ein juristisch einwandfreies Dokument in hoher Qualität.In der Regel soll beim gegenseitigen Einverständnis die Scheidung demnach schnell gesprochen werden. Die Scheidungssitzung selbst können die scheidungswilligen Partner übrigens ohne Rechtsanwalt abwickeln.

    Sollte es beim „consentement mutuel“ aus der einen oder anderen Ursache doch zu einer zweiten Instanz kommen, wenn die Scheidung also nicht sofort gesprochen wird, müssen die Parteien in der Appellinstanz auf einen professionellen Rechtsbeistand zurückgreifen. Alles in allem demnach eine Erleichterung, eine Vereinfachung und eine Beschleunigung der Scheidungen.

    ROBERT SCHNEIDER

  • SCAS: l’histoire d’un scandale politique ?

    Article paru dans le Quotidien du 19 janvier 2017 : Accéder à l’article

    Le Service central d’assistance sociale (SCAS) a été politiquement négligé pendant des décennies et «c’est scandaleux», estime Viviane Loschetter.

    Le SCAS existe depuis 40 ans et n’a jamais été réformé. Un audit livré en novembre dernier et présenté mercredi aux députés démontre que plus rien ne tournait rond dans ce service qui accuse jusqu’à 800 jours de retard dans certains de ses dossiers.

    La présidente de la Commission juridique, Viviane Loschetter (déi gréng) n’hésite pas à parler d’un « scandale politique », quand elle évoque l’état de quasi-délabrement du Service central d’assistance sociale (SCAS) qu’elle juge comme « un service clé de la société et de la justice ».

    Mais il a souffert et souffre encore aujourd’hui, même si la nouvelle directrice, Marie-Claude Boulanger, nommée il y a un an, y met de l’organisation qui faisait tant défaut. Mercredi, les députés de la Commission juridique ont pris connaissance de l’audit réalisé de ce service du parquet général, le premier d’un service de l’administration judiciaire et qui servira de base pour réorganiser le SCAS, comme le programme gouvernemental le prévoyait.

    « Ce service a été créé par Robert Krieps, alors ministre de la Justice il y a 40 ans, et il n’a jamais été réformé », nous explique Viviane Loschetter avant de résumer l’audit qui n’a fait que confirmer ce que le ministre Félix Braz avait constaté à son arrivée en parlant d’un service « amorphe ». D’ailleurs, le procureur général d’État, Martine Solovieff, a confirmé aux députés que le SCAS était « un service mort », selon la présidente de la commission.

    Un ancien directeur fantôme

    Le Service central d’assistance sociale manquait cruellement d’une véritable direction, d’organisation, de définition des missions et d’effectifs. Un OLAI bis? « Non, je crois que c’est encore pire que l’audit de l’OLAI », estime la députée écolo. « Ici, on parle de retard de 800  jours sur certains dossiers », précise-t-elle. Au fil des années, le SCAS avait perdu tout contact avec l’extérieur, se contentant de vivre le quotidien en interne.

    L’audit a permis à chaque personnel de s’exprimer et les conclusions « ont une connotation très négative », affirme Viviane Loschetter. Le service enquête a 800 jours de retard à l’heure actuelle et manque de personnel. L’assistance éducative ne peut plus remplir ses missions comme elle le devrait et se contente de contrôles « plus ou moins bien menés », souligne la députée, qui observe dans ce service-là un manque de personnel également, donc des retards dans le suivi des dossiers.

    Le service de probation ne peut plus suivre les personnes condamnées et le service des tutelles accuse 10 mois de retard en moyenne dans ses dossiers. « Le service d’aide aux victimes a 230 dossiers et ici, les besoins varient », poursuit Viviane Loschetter.

    « Ce qu’on a trouvé en 2016, à l’arrivée de la nouvelles directrice, c’était 49 postes et 13 postes vacants. Nous avons surtout ressenti une démotivation assez prononcée du personnel et observé que certains sont partis mais qu’ils sont en train de revenir », affirme la présidente en précisant encore que « personne ne voulait venir y travailler ». Ambiance…

    Depuis la nomination de Marie-Claude Boulanger, les choses s’arrangent doucement. La communication avec le parquet a été rétablie, des critères ont été définis et les dossiers sont répartis équitablement. « Le précédent directeur n’était jamais présent », informe la présidente.

    Le manque de personnel est le plus criant. « On a besoin de 17 heures par an et par enfant pour faire de l’assistance éducative de qualité et le personnel ne dispose que de 12 heures pour le faire. Il manque cinq personnes dans ce service », explique Viviane Loschetter.

    Idem pour le service de probation qui assure le suivi des condamnations. Il a besoin de 20 heures, mais il en accorde 16 par personne et devrait compter trois postes de plus. Le service des enquêtes affiche un manque de trois personnes et le service des tutelles, qui accuse 10 mois de retard dans les dossiers, aurait besoin de moyens également.

    « Le procureur général d’État, Martine Solovieff, nous a confirmé que les tribunaux ont besoin d’un avis neutre fait par le SCAS et le tribunal se base sur ce rapport. Mais s’il doit attendre 800 jours pour faire cette enquête, ce n’est pas digne d’une justice comme la nôtre », observe la présidente de la commission.

    « Il faudrait 66  personnes au SCAS, mais il s’agit de psychologues et d’assistants sociaux qui doivent suivre le processus de fonctionnariat. Il faudra engager du personnel pour d’abord rattraper le retard et ça ne se fera pas en deux mois. Ils vont mettre jusqu’à deux ans pour engager le personnel, car il faut l’assimiler », prédit Viviane Loschetter.

    « C’est un service clé qui s’occupe le plus tôt possible des jeunes, dès qu’une sonnette d’alarme retentit. Ce que l’on va investir ici ne sera pas investi dans des grands moyens pour réparer la casse plus tard », conclut la présidente.

    Après cet audit, la voie est libre pour un projet de loi sur la protection de la jeunesse, dès cette année, selon la députée écolo.

    Geneviève Montaigu

  • SCAS: Félix Braz zitt Konklusiounen aus Audit

    Den Audit iwwert de Service centrale d’assistance sociale, deen dem Parquet General ënnersteet, deen elo virgestallt gouf, huet grouss Schwaachstellen opgedeckt.

    Wéi eng Konklusiounen zitt de Justizminister Felix Braz aus dem Audit? Wéi eng Changementer sinn am Gaang ëmgesat ze ginn, am Sënn och  vun enger besserer Jugendschutzpolitik? A wéi eng Roll huet dem Minister senger Meenung no d’Politik ze spillen, déi de SCAS an der Vergaangenheet vernoléissegt huet?

    Dat neit Nationalitéitegesetz soll am Prinzip an der éischter Woch Februar gestëmmt ginn an dann, viraussiichtlech, den 1. Abrëll a Kraaft trieden. Fir den Ament gesäit et sou aus, wéi wann dat géif klappen, huet den zoustännege Minister en Donneschdeg de Moien gemengt.

    E Mëttwoch huet d’Chamberjustizkommissioun nach 3 lescht méi kleng Amendementer ugeholl déi den UNO-Flüchtlingsrot suggeréiert hat. D’Adaptatiounen si lo beim Staatsrot. Jee nodeem wéi séier, datt deen säin Avis gëtt, kann de Rapport vum Gesetzprojet dann déi aner Woch an der Kommissioun ugeholl ginn. De Vote an der Chamber wier dann an der éischter Februarwoch, sou de Justizminister Felix Braz.

    Wann een d’Resultat kuckt, da war et eng absolut richteg Decisiounen, fir en Audit iwwert de SCAS, iwwert de Service central d’assistance sociale ze maachen, sot de Felix Braz weider. D’Problemer vum Scas wiere ganz grouss a se missten dréngend behuewe ginn, ëmmerhin géif sech de Service vum Parquet général ëm fundamental wichteg Aufgaben vun eiser Gesellschaft. Den Audit, dee lo zejoert gemaach gouf, deckt Gestiounsproblemer beim SCAS op, e Manktem un interner Organisatioun en e seriéise Personalmanktem. An dat huet och seriéis Konsequenzen, well se 2 Zorten Delaien mat sech bréngen.

    De SCAS huet am Ament kee gudde Ruff, huet , huet de grénge Minister confirméiert. Duerfir konnte 4 Plazen, déi ausgeschriwwe sinn bis ewell nach net besat ginn.  Erkläerten Zil vum Felix Braz ass et nawell de Service central d’assistance sociale an Zäit vun zwee Joer fundamental ze reforméieren. Déi Zäitschinn wier realistesch, sou de Minister. Ënnert der Konditioun déi néideg Leit kënnen effektiv rekrutéiert ginn.

  • Background am Gespréich vum 19. November

    Romain Schroeder a René Schlechter: Scheedungsgesetz

    Invité am Background am Gespréich e Samschdeg sinn de President vun der asbl Eltere getrennt an de President dem Ombudscomité fir d’Rechter vum Kand.

    D’Reform vum Scheedungsgesetz ass dëse Samschdeg eise Sujet an der Emissioun Background am Gespréich. De Gesetzprojet gouf virum Summer an der Chamber deposéiert. Et ass eng Reform, déi laang op sech waarde gelooss huet. Eng Scheedung bedeit fir déi betraffe Koppel, fir déi ganz Famill, een déiwen Aschnëtt an hirem Liewen. Duerch d’Reform vum Scheedungsgesetz sollen d’Prozedure vereinfacht an acceleréiert ginn, virgesi sinn och Changementer am Familljerecht. Sou soll ee Familljeriichter agefouert ginn an dat gemeinsamt Suergerecht fir déi zwee Elterendeeler.

    Wou ass d’Reform drun, wéi a wou kréie Betraffener gehollef a wéi steet et ëm d’Rechter vun de Kanner am Fall vun enger Scheedung? D’Reform vum Divorce ass dëse Samschdeg eise Sujet, mir schwätze mat Experten a Betraffenen, tëscht 12 an 1 Auer hei op RTL Radio Lëtzebuerg.

    Explikatiounen iwwert d’Reform ginn et vun der Presidentin vun der parlamentarescher Justizkommissioun, der grénger Fraktiounschefin Viviane Loschetter. Invitéeën am Studio sinn de President vun der asbl Eltere getrennt, de Romain Schroeder an de President vum ORK, dem Ombudscomité fir d’Rechter vum Kand, René Schlechter. Mir héieren een Temoignage vun engem betraffene Papp, wéi hie seng Scheedung erlieft huet a schwätze mat enger Psychologin, spezialiséiert op Familljentherapie.

  • Pour la dignité des enfants / Protection de la jeunesse, enquêtes sociales du SCAS et dérives

    Quand le système maltraite les mineurs qu’il a pour mission de protéger Le point de départ de ce dossier est une information qui nous était parvenue selon laquelle, il y a quelques années, des enfants avaient vu leur mère retirée du foyer familial par un juge du tribunal de la jeunesse par le biais de …

  • Autorité Parentale: „Eine unhaltbare Situation“ – Artikel Luxemburger Wort

    Autorité parentale: CSV und „Elteren Getrennt“ fordern schnelles Handeln

    V O N  M I C H È L E  G A N T E N B E I N

    Die aktuelle Gesetzgebung über das elterliche Sorgerecht ist verfassungswidrig. Doch eine Neuregelung lässt seit Jahren auf sich warten. Die CSV und die Vereinigung „Elteren getrennt“ fordern Blau-Rot-Grün auf, das Sorgerecht separat neu zu regeln.

    2008 hat das Verfassungsgericht in die Luxemburger Gesetzgebung über das elterliche Sorgerecht (autorité parentale) für verfassungswidrig erklärt, weil sie gegen das Gleichheitsprinzip verstößt. Im Falle eines unehelichen Kindes schreibt das Gesetz der Mutter das alleinige Sorgerecht zu, es sei denn beide Eltern sind sich einig, dass sie das gemeinsame Sorgerecht ausüben wollen, oder es liegt ein Gerichtsurteil vor, das das gemeinsame Sorgerecht anordnet. Nun ist die Reform des elterlichen Sorgerechts auf dem Instanzenweg, eingebettet in eine größere Reform des Familienrechts.

    Damit es schneller geht, schlugen die Christlich-Sozialen vor, das elterliche Sorgerecht separat neu zu regeln. Vor kurzem hat die Oppositionspartei ihre Forderung wiederholt. Die Hoffnung keimte wieder auf, nachdem LSAP-Fraktionspräsident Alex Bodry bei der traditionellen parlamentarischen Rentrée seiner Partei eine mögliche Aufspaltung des Reformpakets in Aussicht gestellt hatte, sollte es sich als notwendig erweisen.

    Die parlamentarische Arbeit an dem 312 Seiten starken Gesetzentwurf ist noch in ihren Anfängen. Die Vorsitzende des zuständigen Parlamentsausschusses, Viviane Loschetter (Déi Gréng), hält eine Abstimmung im Herbst 2017 für möglich. Die Reform genieße absolute Priorität, sagte sie auf LW-Nachfrage. Den Vorschlag,  das elterliche Sorgerecht aus dem Reformpaket herauszulösen, wehrte sie jedoch ab, mit dem Argument, das gemeinsame Sorgerecht werde bereits heute auch ohne gesetzliche Basis von den Gerichten appliziert.

    Die Reform in Einzelteile zu zerlegen, werde man nur dann in Erwägung ziehen, wenn sich herausstellen sollte, „dass wir in unserer parlamentarischen Arbeit nicht wie geplant voranschreiten“. Auch der Vorsitzende der 2014 gegründeten Vereinigung „Elteren Getrennt“, Romain Schroeder, drängt auf eine schnelle Anpassung der Gesetzgebung. Es reiche, die Artikel 302 und 378 des Code civil anzupassen, sagte er auf LWNachfrage.

    Seit Jahren ein „vide juridique“

    Die Ansicht Loschetters, das gemeinsame Sorgerecht werde auch ohne gesetzliche Basis von den Richtern appliziert, teilt er keineswegs. Auch heute noch würden Richter einem Elternteil das exklusive Sorgerecht zusprechen „oder die Sorgerechtsregelung kommt im Scheidungsurteil gar nicht vor, so dass Eltern, wenn sie das Sorgerecht haben, dies nicht beweisen können“, so Schroeder, der von einer unhaltbaren Situation sprach, bei der die Kinder die Leidtragenden seien.

    Schroeder zufolge befinde man sich seit Jahren in einem „vide juridique“. „Die einen sagen, wir können die Gesetzgebung nicht mehr anwenden, weil sie verfassungswidrig ist. Die anderen sagen, so lange die Gesetze nicht geändert wurden, müssen wir sie anwenden. Das ist ein Durcheinander sondergleichen“, so Schroeder.

    „Wir haben keine Gesetze, die uns sagen, was zu tun ist, wenn Gesetze verfassungswidrig sind.“ Die schriftliche Antwort von Premierminister Xavier Bettel an „Elteren Getrennt“, wonach man das Problem im Rahmen der Verfassungsrevision lösen werde, stimmte die Vereinigung angesichts der noch ausstehenden Reform nicht wirklich zufrieden.

    In ihrer Grundausrichtung gehen die geplanten Änderungen Schroeder zufolge in die richtige Richtung. Die Vereinigung drängt aber auf eine obligatorische Schlichtung, weil sie der Ansicht ist, dass alle außergerichtlichen Mittel voll ausgeschöpft werden sollten, bevor Eltern vor den Richter treten. Zudem ist sie der Ansicht, dass der Gesetzgeber die Kinderrechte fehlinterpretiert, wenn er Kindern ermöglicht, sich direkt an den Richter zu wenden, ihnen also ein Initiativrecht bezüglich des Sorgerechts gibt. „Kinder müssen gehört werden, aber es ist Aufgabe der Erwachsenen, sich zu einigen und die Kinder zu schützen“, so Schroeder.

    Geplante Änderungen beim elterlichen Sorgerecht:

    – Das gemeinsame Sorgerecht (autoritéparentale conjointe) wird die Regel. Beide Elternteile sind für das Wohl des Kindes gleichermaßen verantwortlich und haben die gleichen Rechte und flichten.

    – Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen „actes usuels“, die den normalen Alltag des Kindes betreffen, und „actes non-usuels“, die das Leben und den Alltag des Kindes grundlegend verändern. Im ersten Fall müssen die Eltern nicht explizit das Einverständnis des anderen einholen. Bei wesentlichen Entscheidungen müssen beide Eltern explizit ihr Einverständnis geben. Im Falle eines Konflikts entscheidet der Familienrichter.

    – Das gemeinsame Sorgerecht ist nicht zu verwechseln mit „droit de garde“. Prinzipiell gilt: Ein Elternteil – in der Regel die Mutter – hat die Obhut (droit de garde), der andere hat das Umgangs- und Besuchsrecht (droit de visite et d’hébergement).

    – Das Gesetz schafft die Möglichkeit der „résidence alternée“. Weil die „résidence alternée“ eine gut funktionierende regelmäßige Kommunikation erfordert, kann sie den Eltern nicht gerichtlich aufgezwungen werden.

    – Das Sorgerecht kann weiterhin exklusiv einem Elternteil zugesprochen werden, wenn dies im Interesse des Kindes ist. Der andere Elternteil hat das Umgangs- und Besuchsrecht.

    – Der Gesetzgeber weitet das Umgangs- und Besuchsrecht auf Dritte (z. B. Großeltern, ehemaliger Partner eines Elternteils) aus, sofern eine Bindung zum Kind besteht.

    – Neuen Partnern werden mit dem „Mandat d’éducation quotidienne“ Rechte bezüglich des Kindes zugestanden, sofern beide Elternteile ihre Zustimmung geben.

    – Laut dem aktuellen und künftigen Gesetz hat der Elternteil, der die Obhut hat, ein Wohnrecht im gemeinsamen Domizil. Das Wohnrecht verfällt, wenn das jüngste Kind älter als zwölf Jahre ist bzw. nach zwei Jahren, unabhängig vom Alter derKinder.

    mig

  • Autorité Parentale: Konzept ass gesetzlech net kloer definéiert

    Wann eng Koppel mat Kanner sech trennt, gëtt ee Konzept op eemol ganz wichteg: D’autorité parentale.

    Den Ament gëtt et kee Gesetz, dat ganz kloer ausdréckt, wat d’autorité parentale ass. Hei geet et ëm déi wichteg Decisiounen, déi d’Elteren, och no der Trennung, gemeinsam fir Kanner sollen huelen. Dat geet vun Entscheedungen iwwer d’Schoul, bis hin zu der medezinescher Versuergung.

  • Autorité Parentale: Reportage RTL

    Eltere getrennt Autorité parentale/Reportage Claude Zeimetz

    Hoffen op eng séier Ëmsetzung vu Reform Autorité parentale

    Et ass e Gesetzprojet, op dee laang gewaart gouf. Um Mëttwoch stellen déi zoustänneg Ministeren der Regierung hir Reform a Saache Familljerecht vir.

    Dozou gehéiert nieft déifgräifende Changementer bei de Scheedungen och eng Reform vun der Autorité parentale. Ënnert anerem d’Associatioun “Eltere getrennt” waart scho méi laang dorobber an hofft elo op eng séier Ëmsetzung.

    Déi jonk Associatioun “Eltere getrennt” huet ëmmer nees drop opmierksam gemaach, wéi wichteg et ass, datt béid Elterendeeler d’Autoritéit iwwert d’Kand halen, och wa se getrennte Weeër ginn. Duerfir kann de President Romain Schroeder nëmme begréissen, datt de Prinzip vun der Autorité conjointe mam neien Text soll festgehal ginn. “Eltere getrennt” no sollt déi gemeinsam Autorité parenale onofhängeg vun den anere Reformen also méi séier ëmgesat ginn.

    Et dierft net nach weider Joere gewaart ginn well u sech just  2,3 Artikelen am Code civil ze ännere sinn. Den eegestännege Riichter am Familljerecht, deen Reform och virgesäit an deen d’Associatioun iwwregens och begréisst, dierft réischt 2017, 2018 en place gesat ginn. Duerfir versicht d’Associatioun d’Magistraten ze sensibiliséieren. Dat misst awer an all Jugement stoen, datt et eng Autorité parentale conjointe gëtt. Dernieft missten och d’Rechter an d’Flichte vu béide Säiten an deem Fall rappeléiert ginn.

    Op alle Fall dierft just nach an Ausnahmefäll eng Autorité parentale fir een Elterendeel geschwat ginn. Dat kéint, sou de Romain Schroeder, och zimlech wäit goen. Et kéint awer net méi sinn, datt wann d’Kommunikatioun tëscht 2 Leit net klappt, datt een dovunner déi ganz Autoritéit zougesprach kritt.

    De President vun “Eltere getrennt” plädéiert och derfir, datt een net nëmmen aus enger reng juristescher Vue u Familljestreidereien erugeet, mä d’Problematik am Interessi vum Kand interdisciplinaire ugeet, also mat Psychologuen a Médiateuren zum Beispill. Bis ewell géif jiddereen awer nach ëmmer bësschen seng eegen Zëppche kachen.

  • Autorité Parentale et nouvelles Réformes – Lettre ouverte aux Magistrats

    Lettre Ouverte aux Magistrats

    ayant dans leurs attributions actuelles les futures attributions du Juge aux affaires familiales

    Luxembourg, le 10 mai 2016

    Concerne :    Autorité Parentale Conjointe et Jugements

    Mesdames et Messieurs les Juges,

    En décembre 2008, la Cour Constitutionnelle a arrêté que les articles 302, alinéa 1er et 378, alinéa 1er du Code civil ne sont pas conformes à l’article 10bis (1) de la Constitution dans la mesure où ils n’autorisent pas l’exercice conjoint par les deux parents divorcés de l’autorité parentale sur les enfants communs.[1]

    Ainsi, l’attribution de l’autorité parentale exclusive à un seul parent n’est plus conforme à la Constitution de notre pays, et il est étonnant de constater que le pouvoir législatif n’a depuis fait aucune avancée pour remédier à cette situation qui est source de nombreux malentendus et conflits entre parents et dont les seules victimes sont les enfants.

    Nous nous réjouissons de l’annonce faite à l’issue du Conseil de Gouvernement qui s’est tenu le 4 mai 2016, et plus précisément du feu vert finalement donné au « projet de loi instituant le juge aux affaires familiales et portant réforme du divorce et de l’autorité parentale ».

    Néanmoins, nous restons toujours inquiets quant à la durée de la mise en place d’une telle réforme. Cette inquiétude se confirme à la lecture des constatations faites par Monsieur le Procureur général d’État à la retraite dans son récent rapport, et plus précisément sur le fait que la mise en place du juge aux affaires familiales ne pourrait pas se faire avant 2017, voir même 2018, à cause de la technicité du dossier[2].

    Pour cette raison, nous avons demandé à maintes reprises à Monsieur le Ministre de la Justice de modifier l’article 378 du Code civil pour y inscrire définitivement le principe de l’autorité parentale conjointe, et ce sans perdre plus de temps et surtout indépendamment de la réforme en cours.

    C’est donc avec un certain regret qu’Elteren Getrennt a.s.b.l. (E.G.) doit constater que le choix politique actuel continue à souder la réforme de l’autorité parentale à la grande réforme institutionnelle.

    Il convient cependant d’éviter à tout prix que pendant les années à venir, des enfants continuent à être écartelés par leurs parents profondément en détresse et en quête de la reconnaissance du « meilleur parent » par la justice.

    Pour désamorcer cette situation, Elteren Getrennt a.s.b.l. aimerait sensibiliser les magistrats ainsi que les avocats, aux conseils de Monsieur Marc Juston[3], Juge aux Affaires Familiales en France, qui avertit que chaque juge doit rappeler aux parents ce qu’est l’autorité parentale en l’indiquant expressément dans ses décisions :

    “Dit que l’autorité parentale sur l’enfant mineur sera exercée en commun par les parents, dit qu’à cet effet les parents devront:

    – prendre ensemble les décisions importantes notamment en ce qui concerne la santé, la scolarité, l’éducation religieuse et le changement de résidence ;

    – s’informer réciproquement, dans le souci d’une indispensable communication entre parents, sur l’organisation de la vie de l’enfant (vie scolaire, sportive et culturelle, traitements médicaux, loisirs, vacances, etc.) ;

    – permettre les échanges de l’enfant avec l’autre parent dans le respect du cadre de vie de chacun.

     Rappelle que chacun des parents doit respecter les liens de l’enfant avec l’autre parent et que tout changement de résidence de l’un des deux parents, dès lors qu’il modifie les modalités de l’exercice de l’autorité parentale, doit faire l’objet d’une information préalable et en temps utile de l’autre parent afin qu’en cas de désaccord, le parent le plus diligent puisse saisir le juge ”

                Toujours selon Monsieur Juston, le premier devoir de chacun des parents est de respecter la place de l’autre parent et il est important de bien dire aux parents que s’avouer incapable de cela peut être interprété par le juge comme un signe d’incompétence parentale.

    L’exercice conjoint de l’autorité parentale est souvent considéré en relation avec la notion de l’intérêt supérieur de l’enfant. À cet égard, E.G. aimerait citer la décision d’une juge luxembourgeoise qui, dans un arrêt de juillet 2011, avait estimé « qu’il est également dans l’intérêt de l’enfant de savoir que les deux parents ont une autorité égale à leur égard et qu’il peut être néfaste pour eux de se voir confronter à une remise en question de l’autorité parentale du parent qui n’a pas le droit de garde … ». Néanmoins, E.G. insiste sur le fait que le caractère « conjoint » de l’autorité parentale ne doit pas être superficiellement conditionnel et qu’une autorité parentale exclusive ne doit constituer que la très rare exception !

    Dans cette logique, permettez-nous de vous renvoyer à une décision de la Cour Européenne des Droits de l’Homme dans l’affaire « Soares de Melo vs/ Portugal » du 16 février 2016[4] et tout spécialement à l’opinion concordante du juge Sajò qui s’exprimait comme suit :

                Mesdames et Messieurs les Magistrats, il est de votre responsabilité de veiller à l’égalité parentale et de tout mettre en œuvre pour qu’il n’y ait pas un parent principal et un parent secondaire. Vous devez éviter par vos décisions de favoriser, de cautionner ou de mettre en place la prééminence d’un parent sur l’autre. Malheureusement, en ne mentionnant dans vos jugements et arrêts que le droit de garde sans définir explicitement que l’autorité parentale s’exerce de manière conjointe, vous renforcez de ce fait l’insécurité juridique actuelle qui peut conduire à des abus et conflits dont les seules et réelles victimes sont les enfants.

    Dans l’espoir que notre sollicitation ait pu vous sensibiliser dans l’intérêt des enfants, nous vous prions d’agréer, Mesdames et Messieurs les Magistrats, l’expression de notre haute considération.

    Virginie Lagrange
    Présidente

    Romain Schroeder
    Président

    Copie pour information :

    • à Monsieur le Ministre de la Justice
    • aux Membres de la Commission juridique de la Chambre des députés
    • à la Presse

    [1] Extrait de l’arrêt 47/08 du 12 décembre 2008 de la Cour Constitutionnelle

    [2] «Pistes de réflexions en vue d’une justice plus efficace », par Robert Biever, 5 mars 2016 – page 37

    [3] « Réflexions d’un juge aux affaires familiales pour un meilleur partenariat entre magistrats et avocats » parues dans « Séparations conflictuelles et aliénation parentale – Enfants en danger » Dr. Roland Broca et Olga Odinetz – édition  Chronique Sociale  2016

    [4] http://hudoc.echr.coe.int/eng?i=001-160938#{“itemid”:[“001-160938”]}